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| Quarter
Horse- Rassestandard |
| Der Name Quarter Horse
leitet sich von den "Quarter Mile Races" ab,
die gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Städten
der amerikanischen Südstaaten populär waren.
Bei diesen Pferderennen wurde einfach die Hauptstraße
über eine etwa 440 yards (= quarter mile, ca. 400
m)) lange Strecke abgesperrt und zwei Pferde traten gegeneinander
zum Wettrennen an. Dabei war das Quarter Horse fast unbesiegbar. |
| Steckbrief: |
Ursprung:
Hauptzuchtgebiet:
Stockmaß:
Farben:
Haupteinsatz: |
USA im 18. Jahrhundert
hauptsächlich USA, weltweite Züchter
142 - 158 cm
alle, außer Schecken (= Paint Horse)
Westernreiten |
Körperbau:
Kurzer edler Keilkopf mit kleinem Maul, kleinen beweglichen
Ohren und großen Augen, ausgeprägte Ganaschen-
und Stirnmuskeln, breite Stirn; mittellanger Hals mit
langer Oberlinie und kurzer Unterlinie, leicht im Genick
mit ausreichender Ganaschenfreiheit, im Rechteckformat
stehend mit guter Sattellage; ausgeprägte schräge
Schulter, gut ausgeprägter Widerrist, mittellanger
Rücken mit kräftiger Lendenpartie, lange,
schräge, gut bemuskelte Kruppe mit tief angesetztem
Schweif, viel Gurttiefe, kräftige Brust mit guter
Bemuskelung;
Fundament korrekt und zum Pferd passend, kurze Röhrbeine,
ausgeprägte Gelenke, harte mittelgroße Hufe,
gut bemuskelter Unterarm und Schenkel.
Alle Farben kommen vor, seit 2004 können auch
cremello geborene Quarter Horses bei der American Quarter
Horse Association registriert werden, vorausgesetzt
beide Elternteile sind registrierte Quarter Horses,
nachgewiesen durch eine Genotypisierung beider Eltern
und des Fohlens. Ist ein Elternteil ein Paint Horse,
so kann das Fohlen nur bei der American Paint Horse
Association als Paint Horse registriert werden. Ausgedehnte
Abzeichen gelten jedoch nach wie vor als unerwünscht
und nicht charakteristisch für die Rasse. |
Farben:
Besonders typisch ist die Fellzeichnung buckskin.
Der Begriff kommt aus dem amerikanischen und bedeutet
soviel „Falbe“. Diese Bezeichnung hat sich
in der Zucht des Quarter Horses etabliert. Auf den ersten
Blick sind diese Pferde schlicht sandfarbend. Sie weisen
jedoch eine Menge unterschiedlicher Schattierungen und
Abzeichen auf. Die Farbvarianten reichen von gelb oder
gold mit schwarzen Abzeichen.Weiße Abzeichen sind
ungern gesehen und nur unterhalb des Karpal- bzw. Sprunggelenkes
erlaubt.
Dun kommt in vielen Schattierungen vor.
Merkmale sind ein Aalstrich über den Rücken
bis zum Schweif, Zebrastreifen an den Beinen, Querstreifen
am Widerrist, Schatten um die Augen und dunkle Ohrspitzen.
Beim red-dun sind der Aalstrich, Schweif
und Mähne rot oder rötlichbraun.
Weitere dun-Färbungen sind z.B. buck dunskin, dunalino,
grullo, etc.
Die vorherrschende Farbe ist sorrel (fuchs, 30 %).
Häufig sind auch die Farben bay
(braun, 20%) und chestnut (schweißfuchs, 10 %) sowie
seltener Rappen und grey. Die Farbe "grullo"
(0,7%) weist ein Aalstrich und teilweise auch Zebrastreifen
und Schattierungen auf. |
Charakter:
Intelligentes, sehr freundliches Wesen, sensibel, aber
überaus nervenstark, leicht trainierbar. Das
ideale Freizeit- und Westernreitpferd - ein Freund für's
Leben! |
Zuchtgeschichte:
Pferde waren auf dem amerikanischen Kontinent ausgestorben,
bevor die Konquistadoren sie wieder importierten. Die
Spanier und Portugiesen brachten Araber, Berber und
andalusische Pferde ins heutige Mexiko. Mit den großen
Siedlerströmen im 17. und 18. Jahrhundert trafen
auch deren typische Pferderassen wie irische Ponys,
englische Vollblüter, aber auch Percherons und
andere ein.
Aus der Kombination dieser Rassen und den Nachkommen
der spanischen Pferde entstand das American
Quarter Horse, eine in Typ und Charakter unverwechselbare
Pferderasse.
Bei der Eroberung des Westens spielte das American Quarter
Horse eine wesentliche Rolle. Nur die härtesten
und leistungsfähigsten Tiere bestanden im täglichen
Kampf ums Überleben. Sie waren unerlässliche
Partner der Cowboys, zogen aber auch den Pflug des Farmers
oder am Sonntag die Kutsche zur Kirche, um anschließend
ausgespannt zu werden und ein Rennen zu laufen. Diese
Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit wurde zu einem
wesentlichen Merkmal, das die Rasse bis heute beibehalten
hat.
Das klassische, muskulöse aber schnelle und wendige
Quarter Horse wird heute als "stock type"
bezeichnet. Seine spätere Spezialisierung hat zu
mehr oder weniger deutlich davon abweichenden Typen
geführt. Sie werden nach den entsprechenden Turnierdisziplinen
des Westernreitens benannt. Der Halter-Typ
ist gewissermaßen der Bodybuilder unter den Quarter-Horses,
die ohnehin ausgeprägte Bemuskelung wird hier extrem.
Pleasure-Pferde sind leichter, tendieren
vom Typ her gelegentlich einen Tick Richtung Araber
(Kopf). Rein auf Leistung und weniger auf Aussehen gezüchtet
sind die Pferde für die Rinderarbeit, deren "Cow
Sense" ihnen ermöglicht, nahezu selbständig
mit Rindern zu arbeiten und Reining-Pferde
(unsere Quarter entstammen Reining-Linien), die relativ
klein und leicht und dadurch extrem wendig sind.
Eine spezielle Linie stellen die Renn-Quarter
dar: noch heute sind die Rennen über Kurzstrecken
die höchstdotierten in den USA. Hier wurde sehr
stark Vollblut eingekreuzt, die einzige Einkreuzung,
die auch heute noch erlaubt ist. Tiere aus solchen Kreuzungen
werden in ein sogenanntes Appendix-Register des Zuchtbuchs
eingetragen und können sich durch Turnier- oder
Rennerfolge vollständige AQHA-Papiere verdienen. |
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